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Aufstieg 2015

in die Kreisliga

 Aufstieg 2010

in die Kreisklasse

                    Religationsspiel 1997 

               in Hilpoltstein  zur A - Klasse       

                                       Sportplatzlegenden

              Die große Zeit der SpVgg Effeltrich


 

In den siebziger Jahren sorgten sie für reichlich Furore, und noch heute können sich viele Fußballfans aus dem Raum Forchheim an sie erinnern: Die Fußballer der SpVgg Effeltrich, die neun Jahre lang zum festen Inventar in Bezirksliga Mittelfranken Nord gehörten.

Das Fußballwunder von Effeltrich wurde von vielen vor allem deshalb als solches empfunden, weil es so unerwartet, gleichsam aus dem Nichts kam. So bemerkenswert erschien der Aufstieg des Dorfvereins bis in die Bezirksliga, dass er selbst drei Jahrzehnte später noch den Autoren des Buches „Franken am Ball. Geschichte und Geschichten eines Fußballjahrhunderts“ ein ganzes Kapitel wert war. Seinen Anfang nahm der Höhenflug der SpVgg Ende der sechziger Jahre.  

 

 

Die Bezirksliga-Elf der SpVgg Effeltrich zu Beginn der siebziger Jahre. Immerhin neun Spielzeiten währte der Aufenthalt des Dorfvereins in der damals fünfthöchsten Spielklasse.

Foto aus: Christoph Bausenwein/Bernd Siegler/Herbert Liedel: Franken am Ball. Geschichte und Geschichten eines Fußballjahrhunderts,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aufstieg in die A-Klasse dank Neueinteilung der Ligen



Bis zu diesem Zeitpunkt war Effeltrich ein Allerweltsverein, der Ort selbst vor allem für seine stattliche Kirchenburg, weniger für hohe Fußballkunst bekannt. In der damaligen B-Klasse kämpfte die SpVgg über mehrere Jahre gegen den Abstieg, der Gedanke an höherklassigen Fußball lag daher ferner als nur sonst etwas. Das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen war in erster Linie auf den Ausbau und die Pflege des Vereinsgeländes gerichtet – folglich bildete den Höhepunkt in der Vereinshistorie bis 1971 kein herausragender sportlicher Erfolg, kein großer Titelgewinn, sondern die Einweihung des schmucken Vereinsheimes im Jahre 1968, welches in Eigenleistung und fast ohne finanzielle Mittel errichtet worden war. Erst zu Beginn der siebziger Jahre sollte aus dem bis dato weithin unbekannten Verein eine feste Größe im regionalen Fußballgeschehen werden. Zur Saison 1971/72 nämlich kam es zu einer Neueinteilung der unteren Ligen im Spielkreis Erlangen-Forchheim. In der Folge qualifizierte sich die SpVgg Effeltrich als Tabellenvierter der B-Klasse für die A-Klasse, die heutige Kreisliga – ein Aufstieg, der tatsächlich allein der erwähnten Neugliederung der Ligen zu verdanken war.  

Durchmarsch in die Bezirksliga

Just zur selben Zeit vollzog sich auch ein Umbruch innerhalb der Mannschaft. Aus dem eigenen Nachwuchsbereich wurden insgesamt sieben junge Spieler in die Mannschaft eingebaut, allesamt „echte“ Effeltricher, wie auch die übrigen Akteure. Die derart verjüngte Mannschaft mischte zur großen Überraschung aller Beobachter die A-Klasse gehörig auf. Der Aufsteiger spielte eine furiose Saison, landete insgesamt 18 Siege, kassierte lediglich fünf Niederlagen und stand am Ende vor der eigentlich favorisierten Hertha aus Aisch an der Tabellenspitze – der Durchmarsch von der B-Klasse in die Bezirksliga, vor Rundenbeginn alles andere als das erklärte Ziel, war vollbracht! Damit aber setzte der Höhenflug der SpVgg erst so richtig ein. Namhafte Mannschaften spielten in jener Saison 1972/73 in der Bezirksliga Mittelfranken Nord – Gegner der SpVgg waren unter anderem die früheren Bayernligisten ATSV und SpVgg Erlangen sowie der spätere Regionalligist 1. SC Feucht, der zu dieser Zeit zumindest schon einmal Landesligaluft geschnuppert hatte.  Anfangs taten sich die Effeltricher daher durchaus schwer in der neuen Umgebung. Aus den ersten acht Spielen holte der Neuling ganze zwei Zähler und zierte somit das Ende der Tabelle – die Bezirksliga war eben doch ein etwas anderes Kaliber als die A-Klasse. Für Schlagzeilen sorgte die Mannschaft von Trainer Helmut Weber anfangs denn auch weniger aufgrund ihrer sportlichen Leistungen als vielmehr aufgrund eines Ereignisses, das sich beim Auswärtsspiel in Berching zutrug.  

Der Pfostenbruch von Berching

5:0 stand es bereits bei jenem Match in Berching, der Neuling aus Effeltrich war, wie so oft bei seinen ersten Auftritten in der Bezirksliga, hoffnungslos unterlegen. Der heimische TSV kombinierte nach Belieben und führte die Gäste aus dem Landkreis Forchheim regelrecht vor. Dass der Rückstand in der verbleibenden Spielzeit kaum mehr aufzuholen sein würde, war den Spielern aus Effeltrich klar, man würde sich also wohl oder übel in das Unvermeidliche fügen müssen – es sei denn, etwas gänzlich Unvorhergesehenes würde sich ereignen und das Blatt doch noch zugunsten der SpVgg wenden. Die vermeintlich rettende Idee kam Stürmer Walter Kern. Ihm fiel auf, dass einer der Berchinger Torpfosten angefault war und erinnerte sich an ein Ereignis, das ein gutes Jahr zuvor bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte: Am 3. April 1971 war es beim Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen zum Spielabbruch gekommen, nachdem Gladbachs Herbert Laumen und Bremens Torwart Günter Bernard gemeinsam ins Tornetz gefallen waren und dadurch den Zusammenbruch des bereits etwas morschen Gebälks verursacht hatten. Da die Bemühungen der „Fohlen“ das Tor wiederaufzurichten eher halbherzig waren – das Spiel stand zwei Minuten vor dem Ende 1:1, und Gladbach war weit von einem Sieg entfernt –, wurde die Partie schließlich abgebrochen und mit 0:2 zugunsten Bremens gewertet. Getreu der Devise „Was die Großen können, können wir schon lange“, rammte Kern nach einem Eckball gegen den maroden Berchinger Pfosten und warf sich anschließend mit voller Wucht ins Netz. Und tatsächlich: Das Tor brach zusammen. Doch anders als im Vorjahr die Gladbacher hatte Berching durchaus etwas zu verlieren. Rasch war das Gehäuse notdürftig repariert, das Spiel konnte fortgesetzt werden und endete letztlich mit einem 6:0-Erfolg der Oberpfälzer.  


 

 

Es ist still geworden am Sportplatz zu Effeltrich. Zu Glanzzeiten der SpVgg strömten bis zu 2.500 Zuschauer zu den Heimspielen in der Bezirksliga.